Verkehrserziehung für junge Fahranfänger
Ein ganz besonderes Projekt führten kurz vor den Weihnachtsferien die Schüler der zehnten Klassen der Caspar-Heinrich-Schule in Bad Driburg mit Herrn Pieper und Herrn Steinwachs von der Polizei Bad Driburg/Höxter durch. Die „Verkehrssicherheitsarbeit für junge Erwachsene“ dient in erster Linie der Prävention und der Vermittlung von angemessenem Verhalten im Straßenverkehr. Nachhaltige Wirkung erzielte dieses Projekt jedoch dadurch, dass die Schüler und Schülerinnen in praktischen Versuchen erleben konnten, wie es ist, mit einem körperlichen Handicap am Straßenverkehr teilzunehmen. So erfuhren sie z.B. in einer Gruppe „Blind“, wie schwierig es ist, sich nur auf ein Hilfsmittel wie den Blindenstock oder eine andere Person zu verlassen, die führt. Die Gruppe „Rollator“ musste mit einer Beinversteifung und Krücken bzw. Rollator die Straße überqueren und brachte dabei auch schon einmal einen Pkw zum Anhalten. Auch die Gruppe „Rollstuhl“ erkannte, was es bedeutet, sich mit diesem Hilfsmittel fortzubewegen und welches Hindernis dabei eine Bürgersteigkante sein kann.
Da auch übermäßiger Alkoholgenuss zu Ausfallerscheinungen und Handicaps führen kann, durften die Schüler und Schülerinnen die sogenannte „Rauschbrille“ benutzen, mit der ihnen ein Promillespiegel von 1,6 suggeriert wurde. Das Durchschreiten eines Zickzackparcours, das Treppensteigen oder das Aufheben von Gegenständen fielen in diesem „Zustand“ sehr schwer.
„Die ganze Aktion hat viel Spaß gemacht“, war die einhellige Meinung der Schüler, „Aber wenn man bedenkt, dass andere die Situationen, in denen wir heute nur für ein paar Minuten waren, ihr Leben lang durchmachen, ist das schon hart und sehr ernst.“ Im Straßenverkehr sind Vorsicht, Rücksicht, Nachsicht und ein Miteinander nötig und dementsprechend erlebten die Schülerinnen und Schüler der Caspar-Heinrich-Schule hautnah, was es bedeutet Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

